Reisebericht Berlin

  • 28. Februar 2010

Verleihung des "Großen Sterns des Sports in Gold 2009" an den TuS Ellern für seine Idee, eine Kooperation mit den Sportvereinen der VG Rheinböllen einzugehen

– Ein Reisebericht von einem, der dabei war………-

Von den ca. 2500 Sportvereinen, die sich bundesweit am Wettbewerb um die Sterne des Sports in 2009 beteiligt hatten, trafen sich in Berlin 17 Landessieger , die im Vorfeld bereits mit dem "Großen Stern des Sports in Silber" ausgezeichnet worden waren, zur Verleihung der "Sterne des Sports in Gold", einer Auszeichnung für besonderes gesellschaftliches Engagement im Sportbereich.

Und wir waren dabei….!

Montag, 01. Februar 2010

Um 03:30 Uhr klingelt der Wecker und es wird Zeit sich für unser lang ersehntes Ziel fertigzumachen:

"Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin"

Schon gegen 05:00 Uhr laufen die Vertreter unserer 7 Kooperationsvereine auf dem Flughafen Hahn ein, um die Maschine nach Berlin-Schönefeld zu besteigen. Sogar die Flugangst einiger Mitfliegerinnen bekommen wir dank Notfalltropfen in den Griff. Um 07:30 Uhr betreten wir den Berliner Boden und nachdem wir uns mit dem Fahrplan und dem Fahrkartenautomat vertraut gemacht haben, fahren Harald und Ursula Zeller, Klaus Walsdorf und Petra Lukas aus Ellern, Doris Emmel aus Dichtelbach, Ronny Scholz aus Rheinböllen, Werner Boos aus Argenthal, Ulrike Dorfey und Markus Menebröcker aus Schnorbach, Uschi Hilgert-Walber, Eveline Mehlinger und Bernd Laube aus Mörschbach, (Werner Philippsen und Martina Knöppel aus Riesweiler kommen erst am Dienstag nach) zu unserem Übernachtungsdomizil, dem First-Class "Maritim proArte Hotel" in Berlin, Friedrichstrasse.

Nach einem guten Frühstück im nahe gelegenen "Einstein-Cafe" buchen wir kurzfristig eine Stadtrundfahrt, damit wir auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Berlins zu sehen bekommen.

Klaus W., der sich wohl von irgendwas bei einem kurzen Stopp am Kudamm nicht trennen konnte, hätte fast die Weiterfahrt verpasst, wenn nicht eine roten Ampel und das beherzte Eingreifen von Harald und Bernd den Bus so lang angehalten hätten, bis er wieder aufspringen konnte.

Ohne Halt geht es jetzt weiter, denn um 13.30 Uhr müssen wir am Reichstag sein.

Über eine Voranfrage bei unserem Bundestagsabgeordneten Peter Bleser konnte Harald kurzfristig für uns eine sehr informative Führung im Reichstag organisieren.

Beim anschließenden Rundgang in der Glaskuppel erhalten wir einen beeindruckenden Überblick über die Bundeshauptstadt und die imposanten Bauten des Regierungsviertels.

Ziemlich anstrengend ist so eine "Berlin an einem Tag-Städtetour" und so sind wir froh, unser Hotel gegen 17.00 Uhr wieder zu sehen.

 

 

Aber es gibt keine lange Pause.

Klaus und Harald treffen sich am Abend mit den Vertretern unserer örtlichen Volksbanken, Otto Mayer, Thomas Jung und Thomas Rychlewski und den anderen nominierten Vereinen und deren Bankenvertretern im "Admiralspalast", Friedrichstraße, zu einer Gala, mit einer interessanten Aufführung des "Berliner Sporttheaters", alles phantastisch und perfekt organisiert vom Deutschen Olympischen Sportbund.

Der Rest der Mannschaft trifft sich zum gemütlichen Abendessen beim nahe gelegenen Italiener.

Gegen 22:30 Uhr war bei uns Allen aber die Luft langsam raus und wir waren froh, nach diesem langen und anstrengenden Tag, unsere Hotelzimmer aufsuchen zu können.

Für Harald und Klaus endete der Abend erst viel später nach Mitternacht, nachdem sie in der Hotelbar noch den Vize-Präsidenten des Sportbundes Rheinland, Walter Desch, der auch wegen uns extra nach Berlin gekommen war, herzlich begrüßt hatten.

Dienstag, 2. Februar

Der große Tag ist gekommen, aber bevor es ernst wird, erwartet uns noch ein super Frühstücksbuffet im Hotel.

Und jetzt geht es langsam los, denn um 09:30 Uhr ist Einlass in der DZ-Bank am Pariser Platz, direkt am Brandenburger Tor. Hier stoßen jetzt auch die Riesweiler Vertreter zu uns, die erst am Morgen angereist waren. Wir sind beeindruckt vom tollen Gebäude, den vielen Pressevertretern, ungefähr 60 sollen sich im Saal befinden, und der großen Zahl an Mitkonkurrenten. Der Festsaal füllt sich langsam mit etwa 500 Personen. Immer wieder stellten wir uns Fragen wie:

"Welche Ideen werden die wohl in den Wettbewerb eingebracht haben?"

"Gibt’s für uns hier überhaupt die Chance mit vorne dabei zu sein?" Die Ungewissheit macht langsam nervös.

Das Alles ist schon eine tolle und beeindruckende Sache. Gesellschaftliche und vor allem politische Prominenz, u. a. Ex-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, der hessische Innenminister Bouffier, Herr Bosbach von der CDU und einige andere, die man spontan vom Gesicht her kennt, geben uns hier die Ehre. Der Presserummel ist entsprechend……

Die Preisverleihung wird gleich unsere Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel gemeinsam mit dem Präsidenten des DOSB, Herrn Thomas Bach und dem Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, Herrn Uwe Fröhlich, vornehmen.

Die Moderatorin des ZDF-Sportstudios, Frau Katrin Müller-Hohenstein, erläutert uns jetzt vorab schon mal gewitzt und charmant den Programmablauf.

Und dann geht es los, "Show-down" in Berlin, 10.30 Uhr, die Bundeskanzlerin wird angekündigt. Alle erheben sich applaudierend von ihren Plätzen (fehlt nur noch die Nationalhymne…..).

Nach einfühlsamen Grußworten durch die Bundeskanzlerin, Dr. Bach und Herrn Fröhlich, werden nun nacheinander zügig die Platzierungen der Vereine 17 bis 10 bekannt gegeben. Noch sind wir im Rennen….

Die jeweiligen Vereinsideen präsentiert man in kurzen Bildsequenzen im Großformat auf der "Sternewand" und verabschiedet die Vereinsvertreter jeweils mit einem Scheck über 1000 EUR wieder auf ihre Plätze.

Moment Mal!! – Bei uns war doch über fast zwei Tage ein Berliner Kamerateam und hat einen Film gedreht, ob das was zu bedeuten hat??

Das kann doch vielleicht bedeuten, dass wir bei den letzten Neun vielleicht auch nicht unter den Letzten sind?? – im Moment alles unverbindliche Spekulation -.

Eine gewisse Erleichterung macht sich schon mal jetzt breit, aber gleichzeitig steigt auch die Anspannung immer mehr.

So, jetzt geht es weiter, dachten wir, aber erst tritt jetzt erst noch eine "HipHop-Showtanzgruppe" aus Darmstadt im Pausenprogramm auf.

War ok, aber für uns wurde die Anspannung dadurch nur noch vergrößert – es war kaum auszuhalten.

Die nächste Runde wird eingeläutet:

Die Plätze 9 bis 4 werden aufgerufen und wieder werden nur Fotos von den Wettbewerbsideen der Vereine gezeigt……???

Mit jedem Aufruf und jedem Verein, den wir jetzt hinter uns lassen, kommen wir unserem Ziel, auf`s Siegertreppchen gehen zu können, immer näher.

Platz 4 wird aufgerufen und plötzlich steht es jetzt fest: wir sind dabei!

Unsere Kooperation hat einen der drei ersten Plätze gewonnen – schon jetzt ein Supererfolg – damit hatten wir alle nicht ernsthaft gerechnet!!

("Sind das schweißnasse Hände? Quatsch, doch nicht wegen dieser Geschichte – Doch!!

Was Harald wohl denkt, er wird gleich neben Angie stehen und die Glückwünsche entgegen nehmen.

Mann oh Mann, auf geht’s, die Spannung steigt ins Unermessliche.

Nee, oder – jetzt lassen die doch tatsächlich die HipHopper noch mal los!!

Bin ich froh, wie der letzte Fetzen Musik zu Ende ist, klatsche höflich Beifall und bin froh, als sie aus dem Sichtfeld verschwinden.")

Jetzt werden die letzten drei Vereine nacheinander aufgerufen.

Von uns gehen Harald Zeller und Otto Mayer auf die Bühne und werden hier erst einmal zu ihren Empfindungen, zu den ersten Dreien zu gehören, befragt. Humorvoll stellt Harald den olympischen Gedanken unserer Teilnahme in den Vordergrund, was im Saal mit Beifall quittiert wird.

Aber – noch immer ist die Entscheidung nicht gefallen.

Erst werden jetzt noch die Filmbeiträge der Finalisten nacheinander gezeigt, und dann überreicht endlich Frau Müller-Hohenstein einen Briefumschlag an die Kanzlerin und betont nochmals nachdrücklich, dass es eine ganz knappe Entscheidung gab, alle drei Genannten seien Sieger, aber es könne ja nur einen 1. Platz geben.

Frau Merkel öffnet ihn und gibt den Gewinner des "Großen Sterns des Sports in Gold" bekannt:

Der PSV Saar wird für seine integrative Tanzgruppe, die er für Schwerbehinderte eingerichtet hat, unter tosendem Beifall mit dem ersten Platz und einem Scheck über 10.000 EUR belohnt.

(Wommmhh – das sitzt erst mal! Erster Gedanke – Verloren…..! Zweiter Gedanke – Sch…..ade!!)

Aber, und jetzt geht es ganz schnell, die zugegeben erste kurze Enttäuschung ist sofort wieder verflogen, als die Kanzlerin den zweiten Umschlag öffnet und den TuS Ellern mit seinem Beitrag "Kooperation von 7 Sportvereinen innerhalb der Verbandsgemeinde Rheinböllen" als zweiten Sieger, mit dem Preisgeld von 7.500 EUR, bekannt gibt.

Dritter Sieger werden die "Karower Dachse Berlin" mit ihrem Ernährungsprogramm für Kids (Preisgeld 5.000.-).

Mit kurzen, an Harald gerichteten sehr persönlichen und freundlichen Worten bittet die Bundeskanzlerin ihn, ganz herzliche persönliche Glückwünsche und Grüße an die Vorsitzenden und Vereinsvertreter unserer Kooperation zu richten, unser Programm habe ihr wirklich sehr gut gefallen.

Das ging natürlich runter wie Öl…..!

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Für ein gemeinsames Foto mit uns, um das sie Harald bat, fehlte ihr jetzt aber die Zeit, denn sie hastete unmittelbar anschließend zum nächsten Termin ins Kanzleramt davon.

Auf der Bühne bricht jetzt das totale Chaos aus, weil viele Vereinsvertreter nach vorne stürmen, um möglichst viele Fotos – auch mit den Offiziellen – zu bekommen. Viele Fotografen und Kamerateams ergänzen das Durcheinander nachhaltig.

Langsam fällt allmählich die Anspannung von uns ab; Harald muss noch viele Interviews vor laufenden Kameras geben und wir alle können jetzt ganz prima mit der Entscheidung der Jury leben.

Richtig stolz sind wir auf das, was wir hier gemeinsam erreicht haben.

klckner

 

Für uns alle ist das ist ein Riesenergebnis, Belohnung und Ansporn zugleich.

Jetzt trinken wir erst mal ein schönes Gläschen Sekt zusammen, freuen uns richtig, nehmen die Glückwünsche von unserer Staatssekretärin aus Guldental, Julia Klöckner, die plötzlich bei uns auftaucht, von Walter Desch, vielen anderen Vereinsvertretern, den Offiziellen des DOSB und der anwesenden Sportbünde, weiterer Politiker und vielen anderen Personen entgegen – Wahnsinn…

Beim abschließenden Festbankett kommen wir mit vielen weiteren Menschen ins Gespräch und wir Hunsrücker können unser Glück immer noch nicht fassen.

Am Nachmittag heißt es aber nun langsam Abschied nehmen von Berlin, denn das Flugzeug wartet nicht.

Wir sind pünktlich in Schönefeld, aber wir haben die Rechnung ohne den Wettergott gemacht! Es schneit fürchterlich in Berlin und, wie wir hören, auch auf dem Hahn.

Da sitzen wir nun im Ryan-Air Flieger und wollen schnell nach Hause und werden jetzt erst mal ordentlich ausgebremst.

Na ja, so lange kann das wohl nicht dauern – dachten wir.

Nachdem der Pilot eine Startverzögerung zwischen 30-45 Minuten in Aussicht stellte, wurde diese kurzer Hand nach 60 Minuten auf weitere 60 Minuten verlängert. Die Landebahn war gesperrt, nichts ging mehr.

Otto Mayer erkannte unser Stimmungstief schnell und spendierte nach den schlechten Nachrichten vorsorglich erst einmal Runde "Flugbenzin", was die Laune schnell wieder ansteigen ließ.

Gegen 22.00 Uhr hebt unser Flieger aus dem verschneiten Berlin endlich in Richtung Heimat ab, wo wir um 23:15 Uhr, jetzt bei Eisregen, ankommen.

Erst gegen Mitternacht sind wir alle wieder wohlbehalten daheim.

Fazit: Es war Klasse und hat riesigen Spaß gemacht; wir haben eine tolle Kameradschaft entwickelt und waren mit unserer Kooperation super erfolgreich. Berlin war diese Reise wert!

(Nur – beim nächsten Mal muss es nicht unbedingt im Winter sein………..)